Volkshilfe Steiermark
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Trägerinitiative Kinderbetreuung fordert einheitliche Qualitätsstandards

24.03.2017

Die regional unterschiedlichen Rahmenbedingungen und Qualitätsstandards im Bereich Kinderbetreuung werden seit Jahren kritisiert und veranlassten nun gemeinnützige Trägerorganisationen privater Kinderbetreuung sich zu einer gemeinsamen Plattform zusammenzuschließen und konkrete, gemeinsame Forderungen zu formulieren.

Einheitliche Qualitätsstandards
„Momentan ist es so, dass Eltern, die ihr Kind in einem Wiener Kindergarten betreuen lassen, mit ganz anderen Bedingungen konfrontiert sein können, als Eltern, deren Kind einen Kindergarten in der Steiermark besucht. Es gibt teilweise sehr große regionale Unterschiede in Bezug auf den Betreuungsschlüssel, aber zum Beispiel auch auf die Vorgaben, wieviel Fläche einem Kind in einer Einrichtung zur Verfügung stehen muss oder an wievielen Tagen die Einrichtungen geöffnet haben müssen“, erklärt Barbara Tschofenig, Leiterin der Fachstelle Kinderbetreuung der Volkshilfe Steiermark.

Kinderfreunde, Hilfswerk, Volkshilfe, Caritas und die St. Nikolaus-Stiftung setzen sich nun als „Auftrag Bildung. Trägerinitiative Kinderbetreuung“ dafür ein, dass im Sinne einer Gleichbehandlung auch einheitliche Standards in zentralen Punkten definiert und umgesetzt werden.

Mehr Flexibilität
Dazu gehören neben einem adäquaten Personalschlüssel, der individuelle Anpassungen, z.B. bei einem hohen Anteil an Kindern mit nicht-deutscher Muttersprache, erlaubt und richtig dimensionierten Räumlichkeiten, aber auch Verbesserungen, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf unterstützen:
„Nicht nur die Entwicklung zur Erwerbstätigkeit beider Elternteile sind die Herausforderungen, vor denen Familien stehen, sondern auch jene Berufe, die eine hohe Flexibilität fordern, wie etwa im Handel oder im Gesundheitsbereich. Erweiterte Tagesöffnungszeiten mit flexiblen Randzeiten und geringere Schließzeiten würden viele Familien stark entlasten“, meint Tschofenig.

Auch die Qualifikation des Betreuungspersonals unterliegt derzeit noch bundeslandspezifischen Unterschieden. Die Trägerinitiative fordert hier eine bundesweit grundlegende Rahmenorientierung und ein modulares Ausbildungsmodell mit Vertiefungsmöglichkeiten, von dem man sich auch erhofft, die Attraktivität des Berufsbereichs erhöhen und damit Personalknappheit vorbeugen zu können.

„Man weiß aus vielen Studien, dass frühkindliche, außerfamiliale Betreuung positive Effekte auf die Entwicklung eines Kindes hat. Allerdings nur dann, wenn die Qualität der Betreuung passt, die sich wiederum aus vielen Faktoren zusammensetzt, und überall in Österreich ein hohes Niveau haben sollte“, so die Leiterin der Fachstelle Kinderbetreuung.

Einig sind sich die Mitglieder der Trägerinitiative auch darüber, dass in allen Diskussionsfragen um Finanzierung und Förderung von Betreuungsangeboten eine wichtige Gruppe auf keinen Fall vergessen werden darf: die rund 2.900 Tagesmütter und –väter, die österreichweit fast 12.000 Tageskinder betreuen.

Kostengünstig und flexibel

Ihre Dienstleistung bietet nicht nur pädagogische Vorteile im Kleinkindbereich und erlaubt Eltern ein Maß an Flexibilität, das institutionelle Betreuungsformen manchmal vermissen lassen, sondern ist für Volkshilfe Präsidentin Barbara Gross für kleine Gemeinden eine ausgezeichnete und kostengünstige Alternative: „Tageseltern bieten eine qualitativ hochwertige Kinderbetreuung und erlauben es Gemeinden mit stark schwankendem Betreuungsbedarf auf die Schaffung teurer baulicher Strukturen zu verzichten.“ 

Damit stellen Tagesmütter/-väter eine kleine, aber wesentliche Säule des Betreuungsangebots dar, die keinerlei Benachteiligung gegenüber institutioneller Kinderbetreuung erfahren sollte. 

Detaillierte Informationen zu den Positionen und Forderungen der gemeinsamen Plattform finden Sie hier: http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20170227_OTS0010/finanzausgleich-gleiche-leistung-fuer-gleiches-steuergeld-anhang

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20170309_OTS0032/tagesmuetter-und-vaeter-sichern-flexibilitaet-wahlfreiheit-fuer-eltern